12 Von 12

Eigentlich wollte ich am Freitag an der Blogparade „12 von 12“ teilnehmen. Hier stellen andere Blogger ihren Tagesablauf vor, jeweils am Zwölften des Monats, mit der Kamera in 12 Bildern dokumentiert. Leider war dann aber mein Freitag nicht besonders foto-präsentabel und so habe ich es nur bis zum fotografierten Morgenkaffee geschafft. Dann bestand der Rest des Wochenendes nur noch aus Kochen (könnte ja noch ganz fotogen sein), Putzen (eher weniger fototauglich) und einem traurigen Krankenhausbesuch (überhaupt nicht fototauglich).

Den Samstagmorgen startete ich im Badezimmer wieder einmal mit einer höchst unangenehmen Begegnung mit einer Kakerlake. Nachdem das widerliche Tier mich beim Zähneputzen überrascht hatte, rannte ich ihm mit dem Kakerlaken-Vernichtungsspray hinterher und sprühte es von allen Seiten ein. Die Kakerlake zeigte sich vom Gift aber nicht besonders beeindruckt, sondern krabbelte einfach weiter, etwa wie meine Tochter, wenn sie einen Joint geraucht hat und besonders heiter, aber sich möglichst nichts anmerken lassend durch unsere Stube stolziert. Die Kakerlaken-Verfolgungsjagd wäre bestimmt fotoreif gewesen, leider hatte ich aber gerade keinen Fotografen in der Nähe.

Erst am Samstagabend waren wir zu einem Lag Ba’Omer Feuer eingeladen, welches bestimmt ein gutes Motiv für einige Schnappschüsse abgegeben hätte, aber da war ja schon nicht mehr der Zwölfte.

Ausser der Fotoreportage brachte ich auch meine Joggingrunde am Freitagmorgen nicht wie geplant zu Ende. Ich hatte mir nämlich ganz fest vorgenommen, die 15 Kilometer jetzt endlich einmal ernsthaft durchzuziehen, ohne immer wieder viel zu lange Fotopausen einzulegen. Das hat aber leider auch diesmal absolut nicht geklappt. Mit dem Fotografieren konnte ich mich zwar recht zurückhalten, da sich der Sonnenaufgang hinter den Wolken abspielte (hier nur eine klitzekleine Kostprobe).


Dann aber entdeckte ich in etwa der Hälfte der Runde das ultimative und noch unentdeckte Maulbeeren-Paradies und so scheiterte der pausenlos durchgezogene Dauerlauf wieder einmal grandios: anstatt zu laufen schlug ich mir am Ufer des Alexanderbachs den Bauch mit süssen Maulbeeren voll und erst dann nahm ich watschelnd und rülpsend die zweite Hälfte der Runde in Angriff. 
Zum Glück war ich wieder einmal zu sehr früher Stunde unterwegs, denn nebst mit maulbeerschwarzen Fingern schaffte ich es auch, mit beerenverschmierten Gesicht durch die Gegend zu laufen, was ich aber erst zu Hause vor dem Spiegel entdeckte. 



Nach ausgiebiger Dusche gab es dann noch mehr Beeren und einen schönen Kaffee zum Frühstück und damit endet meine Fotoreportage.

 


Die Tageszeitung, die ich während dem Frühstück überflog, berichtete wieder einmal über einen weiteren schrecklichen Fall, in welchem ein Kleinkind an Überhitzung starb, weil es von nachlässigen Eltern im Auto vergessen wurde.  Eyal erzählte mir darauf, dass er am Vorabend auf dem Bahnhofparkplatz mindestens eine halbe Stunde seinen Wagen suchte (natürlich vertieft in ein äusserst wichtiges Telefongespräch), bis er sich endlich erinnerte, dass er ja am Morgen mit meinem Wagen zum Bahnhof gefahren war. „Zum Glück sind unsere Kinder schon gross...“ meinte er trocken. Ja, zum Glück.

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