Eindrücke der letzten Tage




Von 17 auf 37 Grad 

Von verfaulenden Brombeeren zu Passionsfrüchten, die überreif vom Strauch fallen

Von Schnecken im nassen Rasen zu vertrockneten Kakerlaken unter dem Badezimmerschrank

Von Dauerregen zu Dauer-Klimaanlage

Von aus den Betten tretenden Flüssen und Überschwemmungen zu Raketen der Hisbollah-Miliz  



Von Gesellschaft meiner 87-jährigen Eltern zur Gesellschaft meiner quirligen 19-jährigen Tochter (die zuhause auf uns wartete)

Von Gipfeli, Raclette und Johannisbeerwähe zu gähnend leerem Kühlschrank

Von einer Überdosis Familientreffen zu – nichts


(Das Wetter war etwas durchzogen)

Die Erfahrung, dass einem die eigenen Kinder fremd werden können, wenn sie ein anderes Leben führen und man sie eineinhalb Jahre nicht mehr sieht

Die Erkenntnis, dass ich Schweizerdeutsch nicht mehr perfekt spreche und Hebräisch wohl nie perfekt sprechen werde

Vom Ende der dritten Welle zur so richtig Tempo aufnehmenden vierten Welle

Vorbei an Tausenden Reisenden auf Flughäfen und das unangenehme Gefühl, anstatt Menschen nur noch das Virus zu sehen

Die Tochter und der Freund, die sich auf dem Rückflug anstecken und dann nach zwei negativen Tests doch an Corona erkranken

Drei, vier Tage Angst, uns vielleicht auch angesteckt zu haben



Von der atemberaubenden Fahrt mit der Brienzer Rothornbahn zurück ins enge Heimbüro

Ein verloren geglaubtes Postpaket, das im Januar (!) in der Schweiz abgeschickt wurde und nun fast gleichzeitig mit uns zusammen doch noch angekommen ist

Die Befürchtung, dass dies flugs noch eine letzte Reise gewesen sein könnte, bevor der Luftraum wieder für längere Zeit geschlossen wird





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