Doch statt in den erhofften Umbruch erwachten wir in eine vorübergehende Waffenruhe. Ein Zustand, der mehr Fragen aufwirft als er Antworten gibt. Denn kaum jemand weiss, was wirklich vor sich geht. Und selbst der kleine Kreis, der näher dran ist, kann nicht wissen, wohin sich die Lage entwickeln wird.
Sicher ist: Während geopolitisch alles in der Schwebe hängt, sind die Strassen schon heute morgen wieder verstopft wie vor dem Krieg. Schulen und Universitäten nehmen den Betrieb auf – sehr zum Unmut der Schüler und Studierenden. Auch unsere Studentin ist enttäuscht, dass die ungeplante Pause abrupt endet und dass die bis vor Kurzem aufgeschobenen Prüfungen bald tatsächlich stattfinden werden.
Und auch bei mir schient wieder Routine einzuziehen – wir werden zurück im Büro erwartet.
Doch unter dieser Oberfläche bleibt ein ungutes Gefühl. Die Waffenruhe ist nicht der erwartete triumphale Abschluss, sondern eher ein Innehalten. Wir hätten uns klarere, hoffnungsvollere Ergebnisse gewünscht.
Wir werden uns in Geduld üben müssen. Die Zeit wird zeigen, was diese Pause wirklich bedeutet und wie es weitergehen wird.
In dieser unsicheren Welt sind es die kleinen Dinge, die mir Zuversicht geben. Zum Beispiel unser Spaziergang am Meer und die überwältigende Blütenpracht im Frühling
Wenn Sie am Wochenende noch etwas Zeit haben, möchte ich folgende Stimmen weiterleiten:
Ein War Zone Musical, das mich zum Schmunzeln gebracht hat.
Warum wir Israelis trotz allem glücklich sind.
Chaim Nolls NZZ-Artikel über die Lektion der Vernichtung. Er bringt einfach alles wie immer wunderbar auf den Punkt. Hier ist derselbe Artikel bei Rainer Seiferth auf facebook ohne Bezahlschranke.