Guten Morgen!


Kurz vor sieben Uhr morgens laufe ich durch das morgensonnendurchflutete Porat. Porat ist ein verschlafenes Provinzkaff am Ende der Welt. Einige Bauernhöfe, Gewächshäuser, halbverrostete landwirtschaftliche Geräte, ein angebundener Esel, streunende Hunde. Das deutsche Äquivalent für Porat wäre wohl Hintertupfingen. Mein Gott, denke ich nun, während ich über die Dorfstrasse trabe, was hat ein halbwegs vernünftiger Mensch zu dieser frühen Morgenstunde in Hintertupfingen verloren? Bin ich eigentlich noch bei Trost? Ich habe laufend schon acht Kilometer hinter mir und ahne nun, dass ich wohl noch mindestens ebensoviele vor mir habe, um wieder nach Hause zurückzukehren. Nach Hintertupfingen bin ich geraten, weil ich kurz vor Vordertupfingen (hebr. Eyn Sarid) spontan eine unbekannte Abzweigung gewählt habe. Dann war die Gegend entlang den Erdbeerplantagen und Zitrushainen so verlockend, dass ich mich einfach vom Weg leiten liess. Während Laufen im israelischen Sommer eine Qual ist, weil man der Hitze zu keiner Tageszeit entkommen kann, ist es im Winter umso belebender. Besonders verfallen bin ich der Frische der frühen Morgenstunden. Der Himmel ist heute wolkenlos, als die Sonne um halb sieben aufgeht und der neue Tag anbricht. Kaum hat die Sonne den Horizont überstiegen, blendet sie schon in voller Kraft und verheisst einen fantastischen Tag. Trotzdem bleibt es angenehm kühl. Abgesehen von einigen oft kaum zu umgehenden Pfützen auf den Feldwegen  ein Überbleibsel vom letzten Regen  sind die Bedingungen zum Laufen ideal. Wie von selbst legen meine Füsse Kilometer um Kilometer zurück und als ich um acht Uhr wieder zuhause eintreffe, zeigt meine GPS-Uhr 17 Kilometer. Ja, ich bin nicht bei Trost und jetzt kann der Tag beginnen!

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