Dienstag, 18. August 2026

Hier und dort


Vor einiger Zeit lernte ich in einem kleinen Ferienort in Graubünden eine äusserst beeindruckende Einrichtung kennen: einen rund um die Uhr geöffneten Selbstbedienungsladen. Damit meine ich nicht etwa einen landwirtschaftlichen Selbstbedienungsstand, an dem man Eier, Käse und Kartoffeln kaufen kann. Nein, es handelt sich um einen richtigen Laden mit mehreren Gängen, Kühlregalen, Frischwaren, einer modernen Selbstbedienungskasse – ohne Personal. Die Dorfbewohner und registrierte Feriengäste besitzen einen elektronischen Chip, mit dem sie das Geschäft zu jeder Uhrzeit betreten können. Wenn man also morgens um drei Spaghetti kochen möchte, aber der Parmesan oder ein guter Rotwein fehlen – marschiert man zum Laden, nimmt, was das Herz begehrt, scannt die Ware ein und bezahlt.

Das Sortiment ist erstaunlich vielfältig und die Ware immer frisch. Der Laden ist makellos sauber. Die Regale ordentlich. Nichts liegt herum. Die Kassen sind benutzerfreundlich und funktionieren tadellos.
Die Idee ist verblüffend einfach. Sie basiert auf der revolutionären Annahme, dass erwachsene Menschen sich wie erwachsene Menschen benehmen. 

Die Schweizer verstehen, dass es wenig klug wäre, eine Einrichtung zu sabotieren, die ihnen das Leben leichter macht. Im Grunde basiert ein erstaunlicher Teil der Schweizer Gesellschaft auf derselben Erkenntnis: Wer anderen mit Respekt begegnet und Gemeingut achtet, profitiert am Ende selbst davon und schafft damit genau die Gesellschaft, in der man gerne lebt.

Auch der Quartierladen in meinem Dorf in Israel ist gewissermassen ein Spiegelbild der Gesellschaft. Entsprechend folgt er einer völlig anderen Logik. 

Das Abenteuer beginnt bei der Parkplatzsuche. Die wenigen vorhandenen Parkplätze sind grundsätzlich besetzt. Die Strasse vor dem Laden wird von Liefercamions und wartenden Fahrzeugen blockiert, deren Fahrer auf eine freie Parklücke hoffen. Hat man es geschafft, aus dem Auto auszusteigen, erwartet einen im Inneren des Geschäfts ein Labyrinth aus Kisten, Paletten und Gabelstaplern. Dazwischen manövrieren Kunden mit gekonnter Routine ihre Einkaufskörbe durch das Hindernisfeld und ergattern, über Kartons kletternd und auf Regale steigend, die gewünschte Ware. Der erste Gesamteindruck ist eine Mischung aus unmittelbar bevorstehendem Erdbeben, Regierungswechsel oder Raketenalarm.

Das Zentrum des unübersichtlichen Systems bildet eine ältere Kassiererin jemenitischer Herkunft. Während sie Waren scannt, Geld kassiert und Reklamationen bearbeitet, erteilt sie mit beeindruckender Lautstärke Anweisungen an die Angestellten des Ladens. Dies erfolgt meist unter Einbezug der Kunden, die, wenn nötig, beim Um-, Auf-, oder Wegräumen der Waren ebenfalls Hand anlegen müssen. Unter diesem resoluten Kommando arbeitet eine Einsatztruppe, die jedem internationalen Krisenteam zur Ehre gereichen würde: temporär angestellte Studentinnen aus dem Dorf, muslimische Verkäuferinnen, ein thailändischer Gemüseeinräumer und der Mann an der Fleischtheke, dem „Krisenmanager für alles“. Die meisten von ihnen sprechen wenig bis gar kein Hebräisch, die Kassiererin dafür einige Worte Arabisch. Unter ihrer Fuchtel steht auch der eigentliche Filialleiter, der meistens mit verschiedenen Listen in den Händen etwas verloren herumsteht. Das ganze flotte Grüppchen führt irgendwelche von der Kassiererin angeordneten Spezialeinsätze durch – oder steht rauchend und plaudernd vor dem Laden.

Während im Selbstbedienungsladen in der Schweiz auf wundersame Weise immer alles bestens aufgeräumt scheint, obwohl kein Personal zu sehen ist, arbeiten hier etwa zehn Personen – und die Unordnung ist katastrophal.
Die Kundenschlange an die einzige Kasse reicht bis tief ins Innere des Ladenlabyrinths. Die Wartenden erzählen von der Hochzeit einer Cousine, von einer Tante im Krankenhaus, vom Werdegang ihrer Kinder, die einst gemeinsam den Kindergarten im Dorf besuchten. Der jungen Frau, die es eilig hat rechtzeitig zur Krippe zu gelangen, gibt man den Vortritt – und dann auch noch den fünf Kindern, die zusammen ein paar Süssigkeiten kaufen. Unterdessen rennt der Erste in der Schlange noch einmal zurück in den Hindernisparcours, weil eben seine Frau angerufen und noch Paniermehl angefordert hat. Und wenn man besonders viele Einkäufe gemacht hat, trägt einem jemand aus der internationalen Einsatztruppe die Taschen zum Auto.

Einmal pro Woche findet der Schuk Schlischi statt, der Dienstagsmarkt. Dann rollen mehrere Lastwagenladungen frischer Früchte und Gemüse an. Das Ladenlabyrinth sprengt seine Grenzen, breitet sich über den Vorplatz aus und reicht bis auf die Strasse. Mit jedem zusätzlichen Stand wächst das Chaos ein wenig mehr – zur sichtlichen Begeisterung der Kundschaft, die sich über knackfrische Ware zu besonders günstigen Preisen freut.

Nach allen Regeln moderner Betriebsführung hätte der Laden längst kollabiert sein müssen, aber durch ein Wunder menschlicher Improvisation, guten Willens und Eigeninitiative funktioniert er irgendwie trotzdem.

Ich könnte nicht sagen, was ich mehr schätze: das israelische Chaos oder die Schweizer Lebensqualität. Am schönsten ist es, wenn man beide Welten geniessen kann, ohne die andere zu verurteilen.




Montag, 10. August 2026

700 Jahre später



Zur schönen Stadt Basel habe ich eine besondere Beziehung. In einem Provinzdorf aufgewachsen, zog mich Basel als Zwölf- oder Dreizehnjährige als „grosse Stadt“ magisch an. Später ging ich dort vier Jahre zur Schule. In Basel erlebte ich erste Lieben, erste Enttäuschungen und einige nicht ganz erfolgreiche Versuche höherer Bildung.
Auch heute führen mich meine unzähligen Schweizreisen dorthin und ich entdecke dabei die Stadt immer wieder neu. Obwohl ich bald vierzig Jahre im Ausland lebe, fühle ich mich in Basel zuhause.

Vor einigen Jahren hatte ich zudem die Gelegenheit, geschäftlich nach Basel zu reisen. Ich logierte in Hotels, die ich mir privat nicht leisten würde, und betrachtete die Stadt durch die Augen amerikanischer und israelischer Arbeitskollegen. Auf einer dieser Geschäftsreisen nahm ich sogar an einer Stadführung auf Englisch teil und lernte dabei überraschenderweise wieder viel Neues.

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Nur dass sich in Basel im Jahr 1349 ein Judenpogrom ereignet hatte, wusste ich nicht. Als ich rein zufällig in einem historischen Roman darauf stiess, erschütterte mich die Geschichte. Nicht nur wegen der historischen Fakten. Sondern weil die Gräueltaten an genau den Orten stattfanden, die mir so vertraut sind: In der Basler Altstadt. Hier, in diesen Gassen, auf diesen "Bsetzischtei", haben Menschen – vermutlich Menschen wie du und ich – von absurden Anschuldigungen und von der Masse getrieben, unschuldige Mitbürger zusammengepfercht und in den Flammen getötet.

Damals wütete in Europa die Pest. Innerhalb weniger Jahre starb schätzungsweise etwa die Hälfte der Bevölkerung. Die Menschen suchten nach Erklärungen für das Unfassbare. Und sie fanden einen Schuldigen.
Die Juden.
Man beschuldigte sie, Brunnen vergiftet und damit die Seuche verursacht zu haben.

Ich befrage ChatGPT nach dem historischen Hintergrund:

Im Jahr 1349, während der Pestepidemie, wurden die Juden von Basel fälschlicherweise beschuldigt, die Brunnen vergiftet und damit die Seuche verursacht zu haben. Unter dem Einfluss von Angst, Gerüchten und bereits bestehendem Antijudaismus beschloss die Stadtführung, gegen die jüdische Gemeinde vorzugehen. Am 9. Januar 1349 wurden zahlreiche Basler Juden (etwa 600 Menschen) auf einer Rheininsel in einem eigens errichteten Holzgebäude eingeschlossen und verbrannt. Die jüdische Gemeinde wurde anschließend aus Basel verbannt.
Heute gilt das Basler Judenpogrom als eines der schwersten antijüdischen Gewaltverbrechen im deutschsprachigen Raum während der Pestverfolgungen.

Zusätzlich zum Hintergrund liefert ChatGPT auch gleich eine aktuelle historische Bewertung mit, die lautet: 
  • Es gibt keinerlei Beweise, dass Juden Brunnen vergifteten.
  • Die Anschuldigungen entstanden aus Angst, Gerüchten und unter Folter erzwungenen Aussagen.
Die Anschuldigungen von damals wirken aus heutiger Sicht tatsächlich absurd. Doch die Geschichte zeigt, wie gefährlich es wird, wenn Angst wichtiger wird als Fakten. Dann kann kein noch so überzeugendes Argument die Vorwürfe aufhalten.

Seit Jahrhunderten werden Juden nicht wegen dem gehasst, was sie tun, sondern wegen dem, was man ihnen unterstellt: Sie seien Kindermörder, Weltverschwörer, Brunnenvergifter.

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Einige Jahrhunderte, zahllose Pogrome und einen Holocaust später, lässt mich ein reisserischer Artikel von SRF News das abendliche Scrollen in den sozialen Medien abrupt unterbrechen: Israel, so heisst es dort, vergifte die Böden seiner Nachbarländer.

Absurde Lügen oder falsche Tatsachen von Privatpersonen überraschen mich in den sozialen Medien nicht mehr. Manifestationen des Hasses sind inzwischen leider selbstverständlich geworden. Auch bei SRF ist es nicht das erste mal, dass ich entsetzt auf eine Schlagzeile starre. Und doch schockiert mich der Artikel, denn – verdrehter kann man einfach nicht mehr berichten. Und SRF ist immerhin das öffentlich-rechtliche Medienunternehmen der Schweiz!

Die Wortwahl und die scheinbar mühelose Selbstverständlichkeit der Behauptungen erschrecken. Sie wecken Erinnerungen an ein Muster, das wir aus der Geschichte nur allzu gut kennen: Behauptungen werden verbreitet, bevor Fragen gestellt werden. Narrative setzen sich fest, ohne Fakten zu prüfen.
Die alte Mär vom brunnenvergiftenden Juden – nur etwas modernisiert.

Dabei verliert SRF bereits in der ersten Zeile an Glaubwürdigkeit, indem es „Palästina“ zu einem „Nachbarland“ Israels macht. Welcher Weltkarte man das wohl entnehmen kann?

Ich nehme an, dass die meisten Medienkonsumenten solche „Informationen“ unbewusst aufnehmen und achselzuckend weiterscrollen.

Mich hingegen lassen sie nicht los.

Vielleicht wird irgendwann in ferner Zukunft ein ChatGPT ausspucken: 
  • Es gibt keinerlei Beweise, dass Israel (sprich = Juden) im Jahr 2026 die Böden seiner Nachbarländer vergiftetete.
Aber was wird bis dahin noch geschehen?

Zum Glück gibt es einige Menschen, die nicht einfach blind der Herde folgen. Menschen, die Fragen stellen, nach Quellen suchen und auch Widerspruch äussern. Meine Bloggerkollegin Schreibschaukel hat einen Brief an das SRF verfasst. Es ist nicht der erste, und auch dieser wird vermutlich nicht die Welt verändern. Aber ich bin dankbar für Menschen, die Fragen stellen, Quellen prüfen und den Mut haben, für ihre Überzeugung einzustehen, wenn die Masse längst weiterzieht.




 



Montag, 3. August 2026

Das Glück, am richtigen Ort geboren zu sein

Für diese Tage sind auch bei uns extrem hohe Temperaturen angekündigt. Wirklich aussergewöhnlich ist das allerdings nicht. Im Juli und August gehören 34 oder 35 Grad zum Alltag. Da es auch nachts kaum abkühlt, läuft die Klimaanlage rund um die Uhr. Jeden Morgen versuche ich etwas zu „lüften“, doch das bereue ich jeweils schnell.
Jeder Gang nach draussen will gut überlegt sein. Outdoor-Aktivitäten verschieben wir – wie jedes Jahr – auf die kühleren Monate.

Am Freitagabend kommen Sivan und Joni zum Schabbatessen. Ich habe mehrere Gerichte gekocht, meine Schwiegermutter bringt ihr traditionelles irakisches Fischgericht mit. Die Gespräche drehen sich fast ausschliesslich um Sivans immer runder werdenden Schwangerschaftsbauch. Wir sprechen über Kinderwagen, Karriereansprüche, Rollenverteilung, und über all die Pläne, die werdende Eltern schmieden. Sie wissen noch nicht, dass nach der Geburt des ersten Kindes alles anders sein wird.

Trotz der entspannten Stimmung lassen mich die aktuellen Nachrichten aus der spanischen Exklave Ceuta nicht los. Zehntausende Menschen aus Nordafrika haben versucht, schwimmend die Grenze zu dem winzigen spanischen Territorium zu überwinden. Manche haben Schwimmreifen dabei, sie schwimmen in Unterwäsche oder ihren Kleidern. Die Bilder zeigen erschöpfte junge Männer, die barfuss und mittellos an Land kommen. Die Grenze bricht faktisch zusammen. In Ceuta wird der nationale Notstand ausgerufen. Es gibt erste Berichte, dass Menschen im Meer ertrunken sind. In den Medien folgen umgehend Debatten über Migration, Grenzen und Souveränität.

Ein kurzes Interview erschüttert mich besonders. Ein vielleicht sechzehnjähriger Marokkaner sagt in gebrochenem Englisch: "Marokko … schlecht. Keine Arbeit. Kein Geld. Keine Hoffnung." Als er erfährt, dass die Ankommenden wieder nach Marokko zurückgeschickt werden, weicht der kurze Hoffnungsschimmer sichtbar der Verzweiflung. Auf die Frage nach seiner Familie erzählt er, dass seine Mutter ihn in seinem Vorhaben – der Flucht – unterstützt habe.
Dieser Satz trifft. Wie hoffnungslos muss eine Mutter sein, um ihren kaum erwachsenen Sohn auf so einen Weg zu schicken – ahnend, dass sie ihn vielleicht nie mehr wiedersehen wird? Offenbar erscheint selbst diese Möglichkeit erträglicher als die Zukunft, die ihn zu Hause erwartet.

Zum Dessert essen wir eine fantastische Crèmeschnitte.

Unser Abend wird zusätzlich von der Nachricht überschattet, dass Jonis Vater in Athen einen Motorradunfall hatte. Zum Glück ist er nicht lebensgefährlich verletzt. Zum Glück hat er eine Familie, die es sich leisten kann, am nächsten Tag spontan hinzufliegen.

Während ich diese Zeilen schreibe, dürften die meisten Menschen aus Ceuta bereits wieder nach Marokko abgeschoben worden sein. Zurück in ein Leben, das sie verzweifelt hinter sich lassen wollten. Zurück in ihrem perspektivenlosen Alltag, mit zerschlagenen Hoffnungen. Die Zahl der Ertrunkenen steigt noch. Die Bilder aus Ceuta und die Hintergründe, die zu solchen humanitären Katastrophen führen, beschäftigen mich zutiefst.

Die Menschen in Nordafrika handeln aus Ohnmacht. Auch Staaten können ohnmächtig sein, wenn Ereignisse ausser Kontrolle geraten. Auch ich fühle mich ohnmächtig.
Doch eines bleibt uns: Mitgefühl zu bewahren und Menschen zu bleiben.

Unser grösstes Privileg ist letztlich nichts, was wir uns verdient hätten. Ob wir an einem Freitagabend gemütlich mit der Familie Crèmeschnitte essen oder uns auf der verzweifelten Suche nach einer besseren Zukunft in die Wellen stürzen, hängt letztlich allein davon ab, auf welchem Fleck dieser Erde wir geboren werden.







Samstag, 1. August 2026

Park Nitzan

Bald ist es drei Jahre her, dass Nitzan und ihr Verlobter Lidor von Hamas-Terroristen in einem der "Miguniot HaMawet" brutal ermordet wurden. Sie hatten am Nova-Festival teilgenommen und versuchten, sich im Morgengrauen dieses Tages, der alles veränderte, vor den Terroristen aus dem Gazastreifen in Schutz zu bringen. Über diese schrecklichen Ereignisse habe ich in mehreren Beiträgen geschrieben, unter anderem in Nitzan und in Immer wieder der 7. Oktober

Die Familie von Nitzan hat gemeinsam mit unserer Gemeindeverwaltung und verschiedenen Organisationen über lange Zeit und mit viel Hingabe daran gearbeitet, den Park in unserem Dorf Nitzan zu widmen.

Der grosse Park bietet weitläufige Grünflächen, ein Basketballfeld, ein Freiluft-Amphitheater, Fitnessgeräte und einen vielfältigen und abwechslungsreichen Kinderspielplatz. Jetzt sind noch mehrere grosse Musikinstrumente hinzugekommen, die an die Liebe zur Musik erinnern, die Nitzan mit den vielen jungen Menschen teilte, die das Nova-Festival besuchten.

In dieser Woche nahmen wir an der feierlichen Neu-Einweihung des Parkes teil. Sie fand am Tu Be’Av statt, dem jüdischen Fest der Liebe. Gemeinsam mit Hunderten weiteren Menschen kamen wir zusammen, um Nitzans zu gedenken. Und wie es sich für einen Park gehört, waren auch Hunderte Kinder dabei.

Israel ist ein ausgesprochen kinderfreundliches Land. Die Generation meiner Kinder – die Generation von Nitzan – hat heute meist bereits selbst kleine Kinder. Während des Anlasses rannten sie über die Wiesen, kletterten auf die Spielgeräte und spielten und lachten zwischen den versammelten Familien. Wie so vieles in Israel folgte auch dieser Anlass keiner strengen Ordnung; sondern war vielmehr ein heiteres, lebendiges Gewusel. Das Leben, das weitergeht stand im Vordergrund – nicht die Tragödie.

Bevor das Denkmal zu Ehren von Nitzan enthüllt wurde, schlossen ihre Eltern ihre Ansprache mit den Worten:
„An diesem Ort wird unsere gesamte Gemeinschaft nach Liebe, Frieden und Hoffnung streben – so, wie Nitzan es sich gewünscht hätte.“



Die "Miguniot HaMawet" sind Beton-Unterstände an Bushaltestellen in der Grenzregion zu Gaza, welche am 7. Oktober 2023 zum Schauplatz blutiger Massaker wurden. Das prägte den neuen hebräischen Ausdruck, Bunker des Todes.

Die Unterstände waren vor Jahren im Rahmen eines Kunstprojekts mit bunten Vögeln und anderen Motiven bemalt worden, um etwas Farbe und Hoffnung in die von Unsicherheit geprägte Region zu bringen. Einer dieser Vögel zierte auch Nitzans "Migunit".
Heute wacht genau dieser Vogel als Skulptur über das Nitzan gewidmete Denkmal, in unserem „Park Nitzan“.